Ich habe noch nie ein Spiel gespielt, das im Sword Art Online-Universum spielt. Die Serie war für mich immer eher am Rand, wo ich wusste, dass sie existiert, und ich habe gespürt, dass es jetzt nur eine kleine Auswahl an Spielen gibt, aber ich hatte nie wirklich die Zeit oder das Interesse, mich richtig damit zu beschäftigen. Deshalb war es tatsächlich ziemlich aufregend, dass Echoes of Aincrad meine erste Begegnung mit der Serie wurde. Echoes of Aincrad wird von Game Studio Inc. entwickelt und von Bandai Namco Entertainment veröffentlicht; das Spiel soll am 10. Juli für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen.
Echoes of Aincrad beginnt damit, dich in eine Beta-Version des kommenden virtuellen Online-Rollenspiels Sword Art Online zu werfen. In dieser Beta wirkt alles mehr oder weniger normal. Man trifft andere Spieler, lernt die Systeme kennen, schließt sich mit neuen Bekannten zusammen und kämpft gegen mächtige Bosse, genau wie man es von einem Online-Rollenspiel erwarten würde. Es fühlt sich alles an wie ein Einzelspieler-Spiel, das das Gefühl simulieren will, Teil eines riesigen MMOs zu sein, und ich finde das tatsächlich eine ziemlich erfrischende Prämisse. Es macht Spaß, in einer Welt herumzulaufen, die ständig versucht, sozial zu wirken, obwohl es in der Praxis ein hochkontrolliertes Einzelspieler-Erlebnis ist.
Alle freuen sich auf den Start von Version 1.0, und anfangs scheint alles einwandfrei zu laufen. Aber wenn man nach ein paar Monaten in die fertige Version von Sword Art Online einsteigen darf, stellt sich natürlich heraus, dass nicht alles reibungslos läuft. Plötzlich hallt eine durchdringende Stimme durch die vielen Tausend Spieler und informiert sie, dass sie nun im Spiel gefangen sind. Sie können sich nicht abmelden und werden nur freigegeben, wenn das Spiel abgeschlossen ist. Das kleine, sehr unangenehme Detail ist, dass du, wenn du im Spiel stirbst, auch im echten Leben stirbst. Von einem MMO-Traum mit Freunden, Waffen und Bosskämpfen wird plötzlich alles zu einem Überlebenskampf.
Das ist eine kraftvolle Prämisse, auch wenn meine Recherche schnell zeigte, dass das natürlich nichts Neues für die Serie ist. Echoes of Aincrad greift somit das alte Kernkonzept der Serie wieder auf, aber aus einem etwas anderen Blickwinkel, weil man seinen eigenen Avatar erschafft, anstatt einfach als einer der etablierten Hauptcharaktere zu spielen. Das hätte eine wirklich spannende Möglichkeit sein können, den Spieler im Universum aktiver zu machen, aber hier treten auch einige meiner Probleme auf. Denn obwohl die Prämisse stark ist und es etwas Faszinierendes ist, in einer digitalen Welt gefangen zu sein, in der theoretisch jede Niederlage die letzte sein könnte, entfaltet sich die Geschichte viel zu langsam.